Fotografen

COşKUN ARAL

Coşkun Aral ist einer der bedeutendsten Fotojournalist der ersten Generation. Seine Karriere begann in den Siebziger Jahren als türkischer Auslandskorrespondent bei der französischen Agentur Sipa Press.
Seither arbeitete er intensiv in Krisengebieten und begleitete über viele Jahre hinweg Kriegsflücht- linge auf der Suche nach einer neuen Heimat.
Als Augenzeuge dieser ironischen Wiederholungen der Geschichte eröffnet Aral als ausstellender Fotograf bei Exodus - Déjà Vu neue Möglichkeiten, die heutigen Problematiken zu verstehen.

Issa Touma, ist ein Fotokünstler aus Aleppo, Syrien. Nur wenige Monate nach dem Kriegsaus-bruch in Syrien flohen die meisten der Intellektuellen aus dem Land. Aber nicht Issa. Er glaubt, dass wenn ein Land seiner Kunst und Kultur beraubt wird, der Tod das unvermeidliche Ergebnis ist. Also entschied er, als Zeichen des friedlichen Widerstandes in Aleppo zu bleiben und weiter an seinen vielen Projekten zu arbeiten.
Nach Gründung der ersten Fotogalerie im Mittleren Osten 1992 etablierte Touma die «Le Pont Art Gallery» in Aleppo, mit welcher er sich für Meinungsfreiheit und internationalen Austausch mit lokalen Künstlern engagiert. Der Name seiner Galerie (Le Pont - Die Brücke) spiegelt sein Motto wieder: „Kunst muss der beste Weg sein, um Vertrauen zwischen Ländern aufzubauen.“ Aus diesem Grund initiiert er auch weiterhin das jährlich sattfindende International Photography Festival Aleppo.
In Exodus - Déjà Vu wird er mit seinen Bildern aus Aleppo für uns diese Brücke sein und uns durch die Kunst erlauben, in seine Welt des Kampfes um Alltag durch Kultur zu treten.
Seit 2012 hat er mit Videos und Fotos die Überreste seines geliebten Aleppo festgehalten. Seine Fotoserie über Sufis, "Der Tag des Al Ziyara", wurde vom Victoria and Albert Museum in London erworben. Kürzlich hat sein Kurzfilm „9 Days – From My Window in Aleppo“, der zu Kriegsbeginn im Stil eines Videotagebuches gedreht wurde, viel Anklang bei diversen europäischen Festivals bekommen.

SERGEY PONOMAREV

Sergey Ponomarev wurde in Russland geboren und wuchs in Irland auf. Er begann seine Karriere als
Medienfotograf in den frühen Neunziger Jahren in Moskau. Zu dieser Zeit waren in Russland, wie er sagt, «Meinungsfreiheit und Medienfreiheit nicht nur Worte, sie waren Wirklichkeit».
Vor seiner langjährigen Tätigkeit bei der Agentur Associated Press war er für mehrere russische Lokalzeitungen tätig. Heute ist er freiberuflicher Fotojournalist, und wie viele seiner Kollegen reist er in einige der gefährlichsten Kriegsgebiete der Welt. Seine Arbeiten erscheinen regelmäßig in der New York Times als bewegende Aufnahmen aus Afghanistan, Ukraine und Syrien.
Ponomarev gewann bereits zahlreiche Preise, vor kurzem für seine Arbeiten im Gaza-Streifen den World Press Photo Award und Pulitzer Prize 2016.
Exodus - Déjà Vu wird einige der bewegenden Bilder seiner Reisen zeigen, auf welchen er Flüchtlinge auf der Balkan-Route begleitete.

Roland Neveu ist ein französischer Fotograf, dessen Karriere in den frühen Siebziger Jahren während der Studentenzeit begann, als er Anti-Vietnamkrieg Demonstrationen fotografierte. Berühmt wurde der junge Neveu, als er als einer der wenigen westlichen Fotojournalisten Augenzeuge des Untergangs der Khmer Rouge 1975 in Phnom Penh wurde und einzigartige Aufnahmen schoss.
Fast zwei Jahrzehnte lang reiste er in Krisengebiete auf der ganze Welt, um vor Ort die Geschehnisse für renommierte internationale Zeitschiften wie Time und Newsweek zu dokumentieren.
Neveu hat sowohl die ersten sowjetischen Kriegsgefangenen der afghanischen Mujahideen dokumentiert, als auch die Belagerung Beiruts 1982. Seine Bilder zeigten die Blutfehden in El Salvador, den NPA Guerillakampf in den Philippinen und 1986 einige der ersten Bilder AIDS Kranker in Uganda.
Seine internationale Anerkennung als Fotojournalist half ihm, Fuß in der Filmindustrie zu fassen. Er hat mit bedeutenden Hollywood Regisseuren gearbeitet, unter anderen mit Oliver Stone, Brian de Palma und Ridley Scott.
In der Ausstellung wird er einige seiner alten Aufnahmen zeigen; denn die aktuelle Flüchtlingsprob-lematik ist kein Einzelfall der Geschichte, sie ist ein Exodus - Déjà Vu.

RAHMAN ROSLAN

Rahman Roslan lebt in Kuala Lumpur. Als aufstrebender Fotograf dokumentiert er vor allem Gesellschaften und Menschen.
Seine Fotoserien, Portraits und Reisereportagen wurden über diverse Agenturen weltweit veröffentlich, unter anderem in der New York Time und Strait Times Singapore.
Eines seiner Langzeit-Projekte ist die Erforschung der Beziehung zwischen dem Islam und den Kulturen rund um Südost Asien.
Auch mit dem Kernthema von Exodus - Déjà Vu hat sich der junge Fotograf bereits befasst: Roslan dokumentierte die Flüchtlingsströme von Myanmar und ist derzeit an der syrischen Grenze in der Türkei unter-wegs.

Nilüfer Demir wurde in der Türkei geboren, wo sie als Fotojournalistin tätig ist. 2015 begann sie, für die türkische Presseagentur Doğan Haber Ajansı über die europäische Flüchtlingskrise zu berichten. Im September erlangte eines ihrer Fotos traurigen Weltruhm: Demir’s Aufnahme des auf der Flucht aus Syrien ertrunkenen Dreijährigen Aylan Kurdi ging als Symbolbild der Flüchtlingskrise in die Geschichte ein und löste eine Diskussion über Moral in den Medien aus.
Während Demir’s Fotografie inzwischen sogar Street-Art Vorlage ist, berichtet sie weiterhin über die Situation in ihrer türkischen Heimatstadt Bodrum.